Wenn aus großer Inspiration plötzliche Stille wird
Kleine Dinge werden plötzlich ganz groß. Und meine Ideen schäumen im Moment einfach nur so über! Ich merke immer mehr, wie mir diese Arbeit Spaß macht und wie tief sie mir am Herzen liegt. Ich sitze stundenlang am PC, feile, schiebe und schreibe Sätze um, bis es für mich perfekt ist. Ich kann hier einfach ganz ich selbst sein. Während ich an dem Buch für meine Tochter arbeite, kommen mir immer mehr neue Ideen und Charaktere. Ich schreibe mir natürlich erst mal alles auf – für alle Fälle.
Psychologisch ganz stark: Ein unerwartetes Urteil
Weil ich wissen wollte, was mein Buch eigentlich aussagt, habe ich jemanden ganz Unabhängigen gefragt: Gemini. Die Antwort hat mich umgehauen. Er bezeichnete mein Buch als psychologisch ganz stark. Es wäre ein super Buch für Schulen und Psychologen. Da ist mein Herz erst mal in die Hose gerutscht!
Aber wie viel Glauben kann man einer KI schenken? Also habe ich mir eine Psychologin gesucht, um das Buch mal beurteilen zu lassen. Und auch sie findet, dass es ein sehr starkes Buch ist, das durchaus gut für Schulen und für den Verkauf taugt. Sie hat mir noch ein paar Ideen mitgegeben, um es noch besser zu machen. Ich war einfach nur geflasht.
Als wir zu Hause zusammen über diese Erfahrungen sprachen, hatte meine Tochter plötzlich eine Idee: „Mama, du hast ein Buch über Stolpern und Ängste. Aber es gibt auch Menschen, die sehr leise sind und laute Menschen nicht mögen. Und die lauten Menschen merken das manchmal gar nicht…“
Sie hat mir damit die Idee für das zweite Buch gegeben: Ein Hasenmädchen und ein lautes, nervöses Äffchen, das lernen muss, mit dem sensiblen, ruhigen Hasenmädchen umzugehen. Und das Hasenmädchen kämpft mit ihrem Problem, weil sie Sachen spürt, bevor es andere tun. Meine Idee ist es jetzt, mehrere Bücher zu schreiben für Kinder, die es nicht immer einfach haben im Leben. Meine Tochter inspiriert mich jeden Tag, und durch sie und ihre Erzählungen aus der Schule entstehen so viele Ideen. Ich habe lange nach einer Arbeit gesucht, wo mein Herz voll und ganz dabei ist und wo mir jedes Stück Spaß macht.
Der Sprung ins kalte Wasser und der Tag, an dem alles stillstand
Aber jetzt muss „Lumi“ erst mal fertig werden. Die Idee ist ja, das Buch zu verkaufen. Ich finde, es sollte nicht nur meiner Tochter helfen, sondern auch anderen Kindern, die es schwer haben, so wie sie. Das Buch ist fertig. Und jetzt überlege ich mir, wo ich es drucken lasse. Ich muss noch einiges lernen über die Druckereien und den Verkauf. Auch das Rechtliche muss jetzt fleißig recherchiert werden. Man muss wirklich alles gut studieren, damit man nicht auf das Maul fällt.
Ich bin so mittendrin in meiner Arbeit. Jeden Tag sitze ich stundenlang am PC, lese und versuche alles zu verstehen.
Und dann steht plötzlich von einer Sekunde auf die andere alles still.
Der 11.11.2025.
Es geht alles so schnell. Mein Schwager, der Götti von meiner Tochter, stirbt. Man konnte sich nicht mal verabschieden. Ich habe schon viele Lieben verloren, aber dieser Mensch hat mir komplett den Boden unter den Füßen weggezogen.
Mehrere Tage steht alles still, wir sind unter Schock. Dann muss man es erst mal verstehen… und dann kommt die Wut. Langsam schleicht sich die Gleichgültigkeit in mir ein. Es macht mir alles keinen Spaß mehr. Ich gehe nicht mehr nach draußen und den PC beachte ich schon gar nicht mehr. Wir alle sind wie gelähmt und können uns nicht mehr bewegen. Das Aufstehen schmerzt ja schon. Er war wie ein Bruder für mich, ein Jahr jünger als ich.
Ich kann bis heute nicht sagen, was mich am meisten mitgenommen hat. Es tut einfach alles weh. Die Nächte, die Gedanken, das Duschen, das Leben. Alles tut nur noch weh. Die Seele und das Herz sind total leer. Man fühlt nichts mehr.
Und so ist das Buch „Lumi“ jetzt erst mal auf Eis gelegt.
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